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„Man kann schon sehen, dass da Unterschiede sind.“ Klassismus gegenüber armutsbetroffenen Eltern in elementarpädagogischen Einrichtungen: Deutungen, Mechanismen und Diskriminierungserfahrungen

Abstract

Die multiplen Krisen unserer Gegenwart verstärken Kinderarmut und die negativen Folgen für die Betroffenen. Elementarpädagogischen Einrichtungen wird in der sozial- und bildungspolitischen Debatte zumeist eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung sozialer Ungleichheit und der Prävention negativer Folgen von Kinderarmut zugeschrieben. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Einrichtungen und ihre Fachkräfte armutssensibel arbeiten. Der Artikel präsentiert Forschungsergebnisse einer quantitativen Online-Befragung von 540 Mitarbeitenden elementarpädagogischer Einrichtungen in Österreich. Untersucht wurden die Wahrnehmungen der Fachkräfte hinsichtlich armutssensibler Strategien und Klassismus-relevanter Haltungen. Deutlich wird: Fachkräfte kompensieren fehlende Informationen über Familiensituationen häufig durch das Lesen sichtbarer „Armutsindikatoren“. Darüber hinaus verknüpfen sie Hinweise auf strukturelle Hürden mit einer an der Erwerbsnorm ausgerichteten Bewertung elterlicher Erwerbsbiografien. Drittens erschweren ein Gleichheitsparadigma sowie mangelnde personelle und finanzielle Ressourcen der Einrichtungen die Umsetzung einer flächendeckenden armutssensiblen Strategie.

Schlagwörter: Kinderarmut, Klassismus, armutssensibles Handeln, Armutsprävention, Elementarpädagogik, Armut

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Autor/innen-Biografie

Hanna Lichtenberger

Ist Sozialwissenschafterin und leitet das Team „Sozialpolitik und Forschung“ in der Volkshilfe Österreich. Sie forscht zu Kinderarmut und Sozialpolitik und lehrt an diversen Hochschulen.


Literaturhinweise

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