Frankfurter Soziale Ökologie, gesellschaftliche Naturverhältnisse und Grüne Soziale Arbeit
Abstract
Die Naturbeherrschung durch den Menschen ist schon seit Jahrzehnten in Naturzerstörung umgeschlagen. Die schädlichen Praktiken sind bekannt, ein Ende ist nicht absehbar. Lena Dominelli lancierte angesichts dessen vor gut einem Jahrzehnt im englischsprachigen Raum die „Green Social Work“. Diese lässt sich vertiefen, indem eine neue Bezugswissenschaft zur Kenntnis genommen wird: Die Frankfurter Version der Sozialen Ökologie versteht sich ausdrücklich als Wissenschaft von den gesellschaftlichen Naturverhältnissen. Ihre Basiskonzepte werden im Folgenden vorgestellt und kommentiert. Abschließend werden die gesellschaftlichen Naturverhältnisse aus Sicht der Grünen Sozialen Arbeit skizziert. Eine zentrale Grafik beschließt die Ausführungen und kann als Alternative zu den bekannten Abbildungen der Nachhaltigkeitstrias dienen: In ihr werden Gesellschaftssektoren und Natur in Raum und Zeit aufeinander bezogen. Auf dieser Grundlage soll und kann sich Soziale Arbeit weit mehr als bisher in die umfassende „Begrünung der Gesellschaft“ einbringen – damit sie nicht schon in wenigen Jahrzehnten von den sozialen und kulturellen Folgeerscheinungen der vielgestaltigen Umweltkrise überfordert sein wird.
Autor/innen-Biografie
Gregor Husi
Ist Soziologe und kam 1999 nach einem dreivierteljährigen Forschungsaufenthalt bei Pierre Bourdieu in Paris an die Hochschule Luzern. Seine gegenwärtigen Themenschwerpunkte sind Grüne Soziale Arbeit, soziale Kohäsion, Sozialtheorien und Professionalisierung.